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Ostdeutsche Medien Holding steigt auf Ecosia um

16.06.2026 - Update

Digitale Souveränität ist eines der Top-Themen auf EU-Konferenzen. Aber warum nutzen eigentlich so wenige Menschen, Institutionen und Behörden in Deutschland die europäischen Alternativen, die längst verfügbar sind?

Bei der OMH und allen Tochter-Verlagen haben wir deshalb einen kleinen, aber konkreten Schritt gemacht. Auf unseren Arbeitsgeräten steht ab sofort der Ecosia-Browser samt Ecosia-Suche als Alternative zur Verfügung.

Ecosia – was ist das? Das Berliner Unternehmen wurde 2009 vom Wittenberger Christian Kroll gegründet. Er ist einer der bekanntesten ostdeutschen Digitalunternehmer. Ecosia begann als Suchmaschine, hat inzwischen aber auch einen eigenen Browser und KI-Tools entwickelt. Anders als bei klassischen Suchmaschinen fließen die Gewinne in Aufforstungsprojekte. Mittlerweile wurden weltweit mehr als 250 Millionen Bäume finanziert und gepflanzt.

Die Entscheidung für Ecosia hat mehrere Gründe. Zum einen unterstützen wir damit eine europäische Plattform, die sich bewusst als Alternative zur Dominanz der großen US-Konzerne versteht. Zum anderen zeigt das Unternehmen, dass wirtschaftlicher Erfolg, Innovation und gesellschaftlicher Nutzen keine Gegensätze sein müssen. Und schließlich ist es ein bemerkenswertes Beispiel dafür, dass digitale Innovation eben nicht nur im Silicon Valley entsteht, sondern auch in Berlin – mit Wurzeln in Ostdeutschland.

Mindestens ebenso interessant ist jedoch die Frage der digitalen Souveränität. In Politik, Verwaltung und Wirtschaft wird sie seit Jahren eingefordert. Gleichzeitig arbeiten die meisten Organisationen weiterhin nahezu ausschließlich mit den Produkten einiger weniger US-Konzerne. Das ist ein Widerspruch. Wer mehr europäische Unabhängigkeit möchte, kann sofort anfangen – dafür braucht es weder ein Sondervermögen noch ein neues Förderprogramm.

Ecosia kommt auch in der Redaktion gut an. Dort wurde angemerkt, dass die KI-Angebote großer US-Plattformen bei ostdeutschen Themen erstaunlich oft danebenliegen. Gerade im Bereich Kunst und Kultur fehlt den Modellen häufig relevantes Kontextwissen.

Der Wechsel zu Ecosia ist eine kleine Selbstverständlichkeit. Und vielleicht ein Beispiel dafür, dass digitale Souveränität ganz einfach mit einem neuen Symbol auf dem Desktop beginnen kann.

Wer den Versuch selbst starten möchte, findet Ecosia unter: https://www.ecosia.org. Vielleicht wäre es an der Zeit, dass nicht nur einzelne Nutzer, sondern auch mehr Verwaltungen, Behörden, Schulen und Unternehmen in Deutschland europäischen Alternativen eine echte Chance geben.

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