Die Weltbühne ist jetzt auch digital neu aufgestellt
15.07.2026 - Update
Im Projekt Halle dreht sich vieles um die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung und gelegentlich auch um die Berliner Zeitung. Weniger bekannt ist, dass zur Ostdeutschen Medienholding (OMH) auch die traditionsreiche Zeitschrift Die Weltbühne gehört.
Nach längerer Vorbereitung ist die Weltbühne nun technisch vollständig neu aufgestellt. Unter www.weltbuehne.com können Leserinnen und Leser ab sofort nicht nur Print- und ePaper-Abonnements, sondern auch digitale Abonnements abschließen. Wer die Zeitschrift zunächst kennenlernen möchte, kann sie über ein Probeabo oder den Kauf einzelner Artikel entdecken.
Mit dem Relaunch verändert sich jedoch weit mehr als der Zugang. Die Weltbühne entwickelt sich zu einem lebendigen Archiv, das in zwei Richtungen wächst: Mit jeder neuen Ausgabe erweitert sich die Gegenwart, gleichzeitig entsteht durch die Digitalisierung aller historischen Ausgaben ein einzigartiger Zugang zur Vergangenheit. Schritt für Schritt sollen sämtliche zwischen 1907 und 1993 erschienenen Texte online verfügbar werden.
So entsteht ein Organismus, der Zeitgeschichte und Gegenwart miteinander verbindet: den kulturellen Aufbruch des späten Kaiserreichs und der Weimarer Republik, die Widerständigkeit des Exils, die Freigeister und Etablierten der DDR, die verpassten Chancen nach der Wiedervereinigung – und zugleich aktuelle Debatten mit Autorinnen und Autoren, die in der deutschen Medienlandschaft bewusst eigene Perspektiven einbringen.
Die Weltbühne versteht sich als Magazin jenseits vertrauter Schubladen. Ihr politisches Spektrum reicht von der Mamdani-Linken bis zum Benediktiner-Konservativismus. Sie will sich nicht am Kulturkampf beteiligen, sondern Räume für anspruchsvolle Debatten eröffnen.
Zu den polarisierenden Themen der Gegenwart äußern sich hier international renommierte Stimmen und jene, die mit diesen Konflikten unmittelbar konfrontiert sind, jenseits des Kulturkampfes. Sie setzt sich mit den strategischen Herausforderungen von rechts ebenso auseinander wie mit den blinden Flecken anderer Milieus – prinzipienfest und zugleich pragmatisch.
Gleichzeitig bietet die Weltbühne globalen und migrantischen Stimmen eine publizistische Heimat. Sie steht für jüdische Pluralität und verbindet Urbanität und Subkultur mit philosophischer Reflexion und Gegenwartsliteratur. Deutsch-deutsche Geschichten erzählt sie jenseits von Ost- und Westalgie.
Wer die Weltbühne bislang noch nicht kannte, hat jetzt den einfachsten Zugang seit vielen Jahren. Und wer sie bereits kennt, kann ihre über hundertjährige Geschichte künftig nicht nur im Heft, sondern auch digital entdecken.
Für Interessierte
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