Above the Politics: Eine Idee, die weiter greift.
14.07.2026 - Update
„Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ Mit diesen Worten Martin Bubers ließ sich der Geist von Above the Politics wohl am treffendsten fassen – einer weiteren, gemeinsamen Initiative von Beit Avi Chai, der Ostdeutschen Medienholding sowie Silke und Holger Friedrich in einer mittlerweile mehrjährigen Partnerschaft.
Im Kern stand eine einfache Überzeugung: In einer Zeit, in der der politische Diskurs das gegenseitige Verständnis oft eher verengt als weitet, bewahren Literatur, Poesie und Kultur eine besondere Fähigkeit – die menschliche Dimension offenzuhalten. Above the Politics wollte die politische Wirklichkeit dabei weder ignorieren noch behaupten, Kunst und Kultur allein könne ihre Konflikte lösen.
Vielmehr geht es darum, geschützte Räume zu schaffen, in denen Menschen einander zuerst als Menschen begegnen: als Leserinnen und Leser, als Schreibende, als Bürgerinnen und Bürger eines oder mehrere Länder – und nicht in erster Linie als Vertreter von Positionen, Ideologien oder gar Armeen.
Gestalt nahm diese Idee in einem nächsten Projekt an: einem Schreib-Retreat am Campus Wannsee. Eingeladen war ein kleiner Kreis herausragender israelischer Autorinnen und Autoren, Dichter, Essayisten und Intellektueller. Sie erhielten Zeit zum Schreiben und Reflektieren – und zugleich die Gelegenheit zu Begegnungen mit Persönlichkeiten des deutschen Kulturlebens.
Das Retreat verband dabei drei Ebenen:
- Persönlicher Raum – ungestörte Zeit zum Schreiben, Lesen und Forschen.
- Gemeinsamer Raum – tägliche Gespräche entlang bedeutender Texte sowie kulturelle Ausflüge, die den intellektuellen Austausch stimulieren
- Öffentlicher Raum – vertrauliche Begegnungen mit deutschem und israelischem Publikum, die Fragen von Kultur, Erinnerung, Verantwortung und dem Menschsein nachgingen.
Das Projekt knüpfte an frühere Begegnungen und Gespräche in verschiedenen Städten an und stellte die Frage, ob daraus ein dauerhaftes Format für den literarischen und kulturellen Austausch zwischen israelischen und nicht nur deutschen Schreibenden und Denkenden entstehen könnte. Das nächste Retreat ist für New York geplant.
Der Leitgedanke, der über allem stand, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: In einer Zeit wachsender Polarisierung besteht die Aufgabe von Kunst und Kultur nicht darin, Meinungsverschiedenheiten aufzulösen, sondern die Möglichkeit der Begegnung zu bewahren.
Für Interessierte
Sie möchten über das Projekt auf dem Laufenden bleiben – registrieren Sie sich hier: